Wirtschaftlichkeit von Kurzumtriebsplantagen

Aktuelle Studie: Wirtschaftlichkeit der Energieholzproduktion durch Kurzumtriebsplantagen (KUP) in der Schweiz

Was ist eine Kurzumtriebsplantage?

Mit Kurzumtriebsplantagen (KUP) kann die Landwirtschaft dazu beitragen, Energieholz zu produzieren. Dabei werden auf landwirtschaftlichen Flächen schnellwachsende Bäume, vorwiegend Pappeln und Weiden, angebaut. Es handelt sich dabei um ein ausgesprochen extensives landwirtschaftliches Produktionsverfahren.

In der Schweiz gibt es bereits vereinzelte Landwirte, die Energieholz mit Kurzumtriebsplantagen produzieren. Dabei werden die Bäume auf kleinen, für den Ackerbau unwirtschaftlichen Flächen gepflanzt (z.B. ehemalige Kehrrichtdeponien oder Hühnerausläufe). KUP wachsen auf Flächen, die für die Produktion von Lebensmitteln ungeeignet oder nachteilig wären. Damit gibt es keine Konkurrenz zwischen der Lebensmittel- und Energieproduktion.

Für eine KUP werden je Hektare etwa 8'000 (bei Pappeln), bzw. 10‘000 (bei Weiden) Steckhölzer gepflanzt. Da Pappeln und Weiden nur geringe Ansprüche an den Boden haben, sind die meisten landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau geeignet. Eine Düngung der KUP ist nicht notwendig. Die Ernte erfolgt im Winterhalbjahr mit einem Feldhäcksler mit Holzgebiss, einem Gehölzmähhacker oder mit forstlichen Erntemaschinen.

Aufgrund des sehr schnellen Wachstums der Bäume können diese alle drei bis fünf Jahre geerntet werden. Insgesamt kann eine KUP über mindestens 20 bis 25 Jahre bewirtschaftet werden. Eine Rückumwandlung der Fläche in Wiese oder Acker ist mit einer Rodungsfräse problemlos möglich.

Je nach Baumart können von einer KUP bis zu 15 Tonnen Hackschnitzel pro Jahr und Hektare geerntet werden (siehe Kasten). Dies entspricht bis zu 118 Schnitzelkubikmeter Holz und ist mehr als das Fünffache des durchschnittlichen Flächenertrages im Schweizer Wald.

Obwohl eine KUP, wie fast alle anderen Ackerkulturen auch, in Monokultur angebaut wird, zeichnet sie sich durch vielfältige Umweltleistungen aus: Sowohl hinsichtlich des Bodenschutzes, des Wasserhaushalts, so wie des Gewässerschutzes und auch in Bezug auf Klimaschutz und Biodiversität können KUP positiv beurteilt werden.


Wirtschaftlichkeit von Kurzumtriebsplantagen:

Aufgrund großer Wissenslücken wurde die Wirtschaftlichkeit von KUP mit Hilfe einer dynamischen Investitionsrechnung und der Monte-Carlo-Simulation anhand von vier Plantagen untersucht.

Die Ergebnisse der Investitionsrechnung zeigen, dass mit KUP Gewinne zwischen rund 360 und 1.150 Fr/ha und Jahr erreicht werden können.

In der Risikoanalyse wurden die wichtigsten Einflussgrößen auf die Wirtschaftlichkeit simuliert. Die Simulationen zeigten, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu über 80% Gewinne erzielt werden.

Die Produktion von KUP kann damit zur Einkommenssteigerung beitragen und zukünftig ein interessantes Produktionsverfahren darstellen.


Weitere Informationen:

Kurzfassung der Studienergebnisse im Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus (Gewisola) 2014

Poster Wirtschaftlichkeit der Energieholzproduktion durch Kurzumtriebsplantagen (KUP) in der Schweiz